An der Schwelle — ein Online-Abend über Sterben, Tod und das, was bleibt

Workshop | 02.11.26 | Wissenshüterin Maria Solva Roithinger

Visuelle Umsetzung AI

Montag, 02. November 2026 von 18.00 – 19.30 Uhr

Teilnahmegebühr: € 50,– (inkl. 20% Mwst.)

Anmeldung unbedingt vorher erforderlich! Teilnehmerzahl begrenzt!

Keine Vorkenntnisse nötig

Von der Schwelle des Lebens — ein Abend über Sterben, Tod und das, was bleibt

In den alten Zeiten wusste man, wann der Schleier zwischen den Welten dünn wird. Wenn die Ernte eingebracht war und das Land sich zur Ruhe legte, öffneten die Menschen ihre Häuser für jene, die gegangen waren. Man deckte einen Teller mehr am Tisch, ließ ein Licht im Fenster brennen, sprach die Namen der Verstorbenen laut aus, damit sie nicht vergessen würden. Der Tod hatte seinen Platz mitten im Leben, weil man wusste: Wer die eigenen Ahnen ehrt, steht selbst nie ganz allein.

Von diesem Wissen ist uns heute nur noch wenig geblieben. Wir sprechen über den Tod meist erst dann, wenn er längst vor unserer Tür steht, und stehen ihm dann oft sprachlos gegenüber. Dabei trägt jeder von uns Verluste in sich, Menschen und Tiere, die gegangen sind, Fragen, die offen geblieben sind, Trauer, für die es selten einen Raum gibt. An diesem Abend möchte ich diesen Raum öffnen, ganz gleich, von wo aus du dich zuschaltest.

Wir schauen gemeinsam auf alte Vorstellungen von Tod, Seele und Übergang und darauf, wie unsere Vorfahren mit ihren Verstorbenen lebten, wie sie ihrer gedachten und welche Kraft die Verbindung zu den Ahnen für sie hatte. Wir nähern uns der Frage, was es bedeuten könnte, den Tod nicht als Ende, sondern als Schwelle zu begreifen, und was sich in uns verändert, wenn wir diesen Gedanken zulassen.

Einen bewussten und behutsamen Platz möchte ich an diesem Abend auch dem Freitod geben. Für Angehörige bleiben nach einem Suizid oft Fragen zurück, die lange nachwirken. Die Frage nach dem Warum. Die Frage, was man hätte erkennen oder verhindern können. Schuld, Wut, tiefe Trauer und all die Worte, für die es plötzlich kein Gegenüber mehr gibt, können sich zu einem schweren Knäuel verweben, den zu tragen niemand gelernt hat. Und irgendwann steht auch die Frage im Raum, was mit der Seele eines Menschen geschieht, der selbst entschieden hat, sein Leben zu beenden. Ich möchte diesem Thema aus unterschiedlichen spirituellen und kulturellen Blickwinkeln begegnen und dabei ehrlich unterscheiden zwischen dem, was wir wissen können, dem, was überliefert wurde, dem, was geglaubt wird, und dem, was Menschen in medialer oder spiritueller Erfahrung wahrgenommen haben. Auch eigene Erfahrungen aus meiner medialen und spirituellen Arbeit werden an diesem Abend ihren Platz finden, nicht als endgültige Antwort auf das, was nach dem Tod geschieht, sondern als eine weitere Möglichkeit, sich diesem großen Geheimnis anzunähern.

Antworten auf all diese Fragen wird dieser Abend nicht liefern können. Er soll dem Tod einen Platz im Leben zurückgeben. Uns erlauben, über ihn zu sprechen, uns an jene zu erinnern, die gegangen sind, und Trauer ebenso dasein zu lassen wie Liebe, Wut, Dankbarkeit oder Sehnsucht. Zum Abschluss öffnen wir gemeinsam, jeder an seinem eigenen Ort und doch miteinander verbunden, einen kleinen Raum der Erinnerung. Wer möchte, kann sich dafür zuhause eine Kerze und ein Foto oder einen Gegenstand eines verstorbenen Menschen oder Tieres bereitlegen.

Für diesen Abend brauchst du nichts weiter mitzubringen als Zeit und dich selbst, für ein Thema, das uns früher oder später alle berührt. Ob du mit Neugier kommst, mit Trauer im Herzen oder mit offenen Fragen, du bist willkommen, ganz gleich, von wo aus du dich zuschaltest.

„Wir sprechen über den Tod, weil wir leben“.

Ein behutsamer Hinweis

Dieser Online-Abend berührt Tod, Sterben, Suizid und Trauer und kann dabei eigene Erinnerungen und Gefühle wachrufen. Achte gut auf dich und spüre, ob dieser Abend für dich gerade jetzt der richtige ist. Er dient der spirituellen Betrachtung, dem gemeinsamen Nachdenken und dem Austausch und ersetzt keine psychologische, psychotherapeutische oder medizinische Begleitung. Solltest du dich in einer akuten Krise befinden oder Suizidgedanken haben, wende dich bitte unmittelbar an eine professionelle Krisenhilfe oder den örtlichen Notruf.

Segen und Magie zu dir,
Maria Solva